20 Jahre Berufserfahrung

20 Jahre Berufserfahrung?

Hat jemand, der 20 Jahre den Bus von Köln nach Düsseldorf gefahren hat, 20 Jahre Berufserfahrung?

Nein – er hat max. das 1 Jahr 19 mal wiederholt.
Warum? Sie nehmen den Fahrer setzen jemand neues ans Steuer und in 6 Monaten fährt er genauso gut oder besser als der Alte. Zudem wird der Bus in absehbarer Zeit selbst, also autonom fahren.

Eigentlich ist es noch viel gravierender. Der Marktwert eines Busfahrers (Taxifahrers, LKW-Fahrers,…) fällt mit der Zeit. Die Augen lassen nach, die Reaktionsgeschwindigkeit auch und die Affinität zu neuen Technologien ist eher gering. Insbesondere neue Technologien werden oft als Bedrohung betrachtet und eher abgelehnt.

Bei Piloten und vielen andern Berufen verläuft die Arbeitsmarktattraktivitätskurve sehr ähnlich.

Derzeit gibt es knapp 33 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland. Mehr als jeder Zehnte dieser Arbeitsplätze könnte in den nächsten fünf Jahren durch Roboter oder Algorithmen ersetzt werden. Das geht aus einer Schätzung des IT-Brancheverbandes Bitkom hervor. Demnach wären 3,4 Millionen Arbeitsplätze von der Digitalisierung bedroht, so Präsident Achim Berg.

Hat ein Ingenieur, der 20 Jahre ein Werk mit 1000 MA, z.B. eines Automobilzulieferers geleitet hat, 20 Jahre Berufserfahrung? Denken Sie darüber nach!

Meine Arbeit beginnt mit dem Herausarbeiten der Antworten auf die beiden Fragen:

  1. Was habe ich konkret, in der jeweiligen Position meines Lebenslaufs, zum Unternehmenserfolg beigetragen?
    und
  2. Was konkret hat die jeweilige Position zu meiner persönlichen Weiterentwicklung beigetragen? (persönliche Arbeitsmarktattraktivität)

Insbesondere die letzte Frage trifft und wird gerne beantwortet mit: „Nun ja, die letzten 10 Jahre habe ich keine Schulung mehr gemacht!“

Das ist mehr als tragisch, denn permanente Fortbildung ist die neue Arbeitslosenversicherung. Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, jährlich 10% Ihres Gehalts in Weiterentwicklung zu investieren. Denn, die Innovatios-Geschwindigkeit wird nie wieder so langsam sein wie heute.

Eine Änderung unseres Mindsets ist mehr als erforderlich. Hinzu einem „Growth Mindset“, also dem Denken in Chancen und Business Modellen im Hinblick auf die Digitalisierung. Weg vom „Fixed Mindset“, dem denken (und handeln) in Risiken und Vorbehalten.